19.01.2015

Passivhaustür integriert Brand- und Einbruchschutz

VARIOTEC präsentiert auf der Münchner Fachmesse BAU 2015 die neue Passivhaustür „Integral L VIP", die Brände hemmt und Einbrechern trotzig Widerstand leistet. Ein Blick ins Datenblatt offenbart Bestwerte, die so kombiniert ihresgleichen suchen.

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Um den Passivhausstandard zu erreichen, müssen Außentüren vor allem die Wärmeschutzvorgaben mit einem UD-Wert von 0,8 W/(m²K) erfüllen. Beherrscht die Tür auch Themen wie Brand-, Schall- und Einbruchschutz oder lassen sich Paniktürverschlüsse integrieren, können Planer baurechtliche Vorgaben für öffentliche Gebäude leicht umsetzen. Im privaten Bereich spielt diese Kombination ebenfalls ihre Vorzüge aus, z.B. bei Übergängen von Garagen an Wohnhäuser oder bei Laubengängen. Als Spezialist für Passivhauskomponenten ist es VARIOTEC nun gelungen, all diese Anforderungen in eine Außentür zu packen. „Integral L VIP" heißt die Neuentwicklung, deren Name bereits verrät, was in ihr steckt. „VIP" steht als Abkürzung für das Vakuum-Isolations-Paneel, das der Tür mit lediglich 2,5 cm Stärke zu einen Wärmedämmwert UP von 0,61 W/(m²K) verhilft. Den Dämmkern schützen beidseitige Brandschutzeinlagen und sog. ASS Stabilisierungsschichten, die der Hersteller schub- und zugsteif mit den Sperrholz- oder MDF-Deckschichten verklebt. Mit 68 mm fällt die Gesamtstärke der Tür äußerst schlank aus. Ein Verbund aus umlaufenden Einleimern und keilgezinktem Leimholz bildet den stabilen Rahmen. Auf der Schlossseite steifen zwei zusätzliche FKV-Bänder (Faser-Kunststoff-Verbund) die Konstruktion aus.

Mit Bestwerten ins Passivhaus

Der Schalldämmwert liegt bei 37 dB. Bestwerte erreichte die Neuentwicklung mit dem Prüfklima c,d,e nach DIN EN 1121 sowie der Toleranzklasse 3 nach DIN EN 12219:2000-06. Mit den bestandenen Tests u.a. bei der Windlast, der Schlagregendichtheit und der Luftdichtheit erfüllt die Konstruktion alle Vorgaben der Produktnorm EN 14351-1 und darf damit das CE-Zeichen für reine Außentüren ohne Brand- und Rauchschutzfunktion tragen. „Wichtig war es uns, der Tür auch Brandschutzeigenschaften zu verleihen", erläutert Entwicklungsleiter Markus Brandl. Bei der Prüfung des ift Rosenheim wurde das Element auf eine Wand montiert und nach 5000 Öffnungszyklen einem Brandangriff ausgesetzt. Dabei erreichte die Tür die Feuerwiderstandsklasse T30 nach DIN 4102-5. Damit widersteht sie einem Feuer mindestens 30 Minuten. Für die Zukunft verrät Brandl: „Mitte 2015 soll die neue EN 16034 verabschiedet werden. Diese Norm definiert den Feuerwiderstand. Dann wird es möglich sein, unsere Außentüren zusätzlich mit dem CE-Zeichen für Brand- und Rauchschutztüren zu versehen." Auch Einbrecher weist die Neuheit in ihre Schranken, denn Versuche u.a. mit Kuhfuß und zwei Schraubendrehern, simuliert nach EN 1627, hemmt die Tür für mindestens 5 Minuten. Dafür erhielt sie eine Einstufung in die Klasse RC3 (früher WK3).

Bausatz „All-inclusive" hilft Verarbeitern

VARIOTEC bietet die Tür nicht nur als fertiges Bauteil, sondern auch als sog. „All-inclusive" Bausatz an. Egal ob einflügelig, zweiflügelig, mit Rundbogen, Seitenteilen, Verglasung oder als Holz-Alu-Konstruktion: Türen- und Fensterbauer können den auf ihre Bauherren zugeschnittenen Bausatz inklusive aller Ausschnitte, Fräsungen, Beschläge und Dichtungen bestellen und in der eigenen Werkstatt fertigstellen. Der Großteil der Produktion wie Zusammenbau, Anschlagen und Oberflächenbehandlung verbleibt beim Verarbeiter. Damit lässt die Tür auch in der Werkstatt keine Wünsche offen.

Das Unternehmen in Kürze

Die VARIOTEC GmbH & Co. KG mit Sitz im oberpfälzischen Neumarkt ist führender Hersteller und Systemgeber von Außen-, Spezial- und Funktionstüren, Passivhausfenstern und Wandsystemen sowie Sandwichelementen im Bereich des energieoptimierten Bauens. Das Unternehmen beschäftigt 90 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von 16 Mio. Euro. Für die Entwicklung des QASA-Dämmsystems erhielt das Unternehmen 2007 den Innovationspreis „Produktinnovation Bauen im Bestand".

 

Weitere Bilder


Bild 1: Im Brandversuch trotzte die Passivhaustür „Integral L VIP“ dem Feuer mindestens 30 Minuten. Damit erreichte das CE-konforme Bauteil, hier mit Glasfüllung und Rundbogen, eine Einstufung in die Feuerwiderstandsklasse T30 (EI30).


Bild 2: Diese Einbauvariante der „Integral L VIP“ als zweiflügelige Passivhaustür simuliert die Situation in einem öffentlichen Gebäude. Gut zu erkennen sind die beiden Paniktürverschlüsse.

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