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Am 21./ 22. Januar 2010 besuchten rund 450 Architekten, Fachplaner und Bauspezialisten die VARIOTEC-Innovationstage 2010 im fränkischen Feucht. Ob die Themen Sanierung, Passivhausplanung, Türen- und Fenstertechnik, Vakuumdämmung, Marketing oder Klimaforschung: Mit den 24 Vorträgen der hochkarätigen Referenten gewährte das Unternehmen den Besuchern einen umfassenden Einblick in die Welt des energetischen Bauen und Sanierens. Das neue Veranstaltungskonzept umfasste zwei Tage Programm. Lag am ersten Tag der Schwerpunkt auf den Themen „Forschung und Entwicklung“, stand am zweiten Tag die Praxis im Mittelpunkt. „Uns interessiert nicht nur das heute, sondern vor allem die Zukunft“, umriss Christof Stölzel, Gründer des Unternehmens und jetziger Beirat, die Idee zu dieser Veranstaltung. Deshalb zeigten viele der Referenten, auf welche Entwicklungen sich das Bauwesen in Deutschland einstellen muss. Ob Klimaveränderung, Bevölkerungsentwicklung oder energetische Vorgaben, die Bandbreite ist riesig. „Sehen Sie die Zukunft nicht als Belastung sondern als Herausforderung mit vielen Chancen. Branchenwachstum findet dort statt, wo Energieeffizienz und Nachhaltigkeit die Produktentwicklung beeinflussen“, stellte Christof Stölzel fest. Klimawandel unter der Lupe
Mit Prof. Dr. Wolfgang Seiler hatte VARIOTEC einen ausgewiesenen Experten in Sachen Klimawandel eingeladen. Der langjährige Direktor des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU) am Forschungszentrum Karlsruhe erläuterte die Ursachen des weltweit spürbaren Klimawandels und skizzierte die Folgen für das Bauen der Zukunft. Der CO2-Ausstoß spiele eine äußerst wichtige Rolle, da Kohlendioxid für 80 % des globalen Treibhauseffektes verantwortlich sei. Sollte die Menschheit diese Emissionen bis 2050 weltweit nicht um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 senken, würden bis Ende des Jahrhunderts die prognostizierten Spitzentemperaturen von 3 °C erreicht. Allein Deutschland müsse seine CO2-Emissionen in den kommenden zehn Jahren um 40 Prozent verringern, sonst drohten auch hierzulande extreme Niederschläge, Hitzewellen und Stürme. Seiler stellte klar: „Dieses Ziel ist keine Utopie! Wir haben alle technischen Voraussetzungen, aber es fehlt der Leidensdruck und der politische Wille“. Dies hätte auch der Weltklimagipfel in Kopenhagen gezeigt. Die „Sanierung im Bestand“ bezeichnete Seiler als wichtigsten Beitrag zum Klimaschutz, sie müsse aber weitsichtig erfolgen. Politik spielt mitDass die Politik sich dem Thema Energieeffizienz bereits seit Jahren widmet, verdeutlichte Ministerialrat Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Mit der seit 1. Oktober 2009 geltenden neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) habe die Regierung ein Werkzeug für energieeffizientes Bauen und Sanieren auf den Weg gebracht, das weltweit seinesgleichen suche. Bis 2012 will die Politik die Anforderungen noch einmal um 30 Prozent verschärfen und unter anderem Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung zur Pflicht machen. Damit rückt der Passivhausstandard in greifbare Nähe. „Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen dieser Markt bietet!“, ermunterte Hegner die Teilnehmer. Zahlreiche Förder- und Forschungsprogramme stünden bereit, um Bauherren im Neubau und der Sanierung zu unterstützen. Mit welchen Programmen Architekten ihren Bauherren die energetische Sanierung schmackhaft machen können, erläuterte Markus Schlömann von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Je energieeffizienter ein Bauherr sein bestehendes Gebäude ausstattet, desto besser werden die Konditionen. Auch Zuschüsse stehen bereit. Zehnmal Energie gespartWie sich ein Bestandsgebäude so umbauen lässt, dass es bis zu zehnmal weniger Energie verbraucht als vor der Sanierung, demonstrierte der Architekt Dr. Burkhard Schulze Darup. Mit einem ausgeklügelten Mix aus Wärmedämmung, Passivhausfenstern, luftdichter Gebäudehülle, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Solarthermie und Photovoltaik sei dieses Ziel erreichbar. Besonders hilfreich seien neue Wärmedämmsysteme wie die von VARIOTEC entwickelten QASA-Elemente. Die vakuumgedämmten Bauteile erreichen bei geringen Aufbauhöhen sehr gute Dämmleistungen. Damit könnten Wärmebrücken wirksam entschärft werden. Schulze-Darup bezeichnete es als Planungsfehler, keine mechanischen Lüftungsanlagen einzubauen, da laut EnEV ein Mindestluftwechsel von 0,7 h-1 gefordert sei. Der Luftwechsel im Bestand erreiche jedoch oft nicht einmal die Hälfte dieses Wertes. Feuchteschäden mit Schimmelbildung seien die Folge. Auch Dipl.-Ing. Ulrich Zink, Vorstandsvorsitzender des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung (BAKA) beschäftigte sich mit dem Thema Sanierung. Der selbsternannte „Immobilientherapeut“ zeigte, wie Planer mit dem Werkzeug „Idi-al®“ ein Gebäude auf Stärken und Schwächen untersuchen können, um danach eine zukunftssichere Sanierung einzuleiten. VIPs im VisierDem Thema Vakuumdämmung widmeten sich mehrere Vorträge. Dipl.-Ing. Christoph Sprengard vom Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München (FIW München) erläuterte die bauphysikalischen Grundlagen der VIP-Dämmung. Planer sollten auf Systeme zurückgreifen, die eine Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ) besäßen oder eine Zustimmung im Einzelfall beantragen. Der Anwendungsbereich nach DIN DIN V 4108-10 müsse darin klar definiert sein. „Planen Sie die Anschlussdetails genau und erstellen Sie ein Wärmebrückenkonzept“, empfahl Sprengard. Nur so könnten die Vorteile von VIP-Dämmsystemen wirklich ausgespielt werden. Das Münchner Forschungsinstitut hatte VARIOTEC bei der Beantragung der bauaufsichtlichen Zulassung für das QASA-Bausystem unter der Nummer Z-23.11-1779 unterstützt, die seit November 2009 vorliegt. Der Forschungsleiter des Bereiches VIP/QASA bei VARIOTEC, Dipl.-Ing. (FH) Wolfram Breitenbach, erläuterte das hauseigene QASA-Produktprogramm. Der Dämmkern der Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) von VARIOTEC besteht aus unter Vakuum stehender pyrogenener Kieselsäure SiO2, einem umhüllenden Vlies sowie einer gasdichten Hochbarrierfolie. „Mit diesem Aufbau erzielen unsere VIPs einen Wärmeleitfähigkeitswert von λ = 0,007 W/(mK). Selbst im defekten, belüfteten Zustand erreichen sie noch einen λ-Wert von 0,020 W/(mK). Es gibt derzeit weltweit keinen besseren Dämmstoff“, stellte Breitenbach klar. Die Nutzungsdauer der hauseigenen VIPs bezifferte er auf 60 bis 80 Jahre, denn der Ausgangswert liegt bei 0,0035 W/(mK). Ausgestattet mit verschiedenen Schutz- und Funktionsschichten bietet das Neumarkter Unternehmen seine Vakuumdämmung als QASA-Bausystem für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete an. Ob als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) „QASAmax“, als schlanke Bodendämmung „QASAloft/balkony“ oder als Sanierungskonzept „QASAflex“ mit variabler Kantenbearbeitung, Planer können derzeit aus neun verschiedenen Systemen wählen. Damit die QASA-Elemente exakt hergestellt werden können, ist ein exaktes Aufmaß notwendig. Tillmann Wallner von der Vitruvius GmbH demonstrierte, welche Meßtechnik dafür notwendig ist. Dabei sei der Lasertachymeter oft die beste Wahl, da er nur die Werte liefere, die ein Planer wirklich benötige. Mit „QASAmaxfrontale“ bietet VARIOTEC Verarbeitern eine Software an, die es ihnen ermöglicht, anhand eines Fotos selbst einen maßgenauen Verlegeplan für das WDVS „QASAmax“ zu generieren. VIP-Dämmung in der PraxisArchitekt Martin Forstner, der 2005 das weltweit erste Nullheizenergiehaus aus vorgefertigten QASA-Elementen für VARIOTEC in Voggenthal geplant hatte, warf einen Blick auf Komplettsysteme für die Klimahülle von morgen. Dabei falle der Vakuumdämmung eine entscheidende Rolle zu, da sie nicht nur einen schlanken Problemlöser für Wärmebrücken darstelle, sondern auch den Flächenverbrauch minimiere. Forstner empfahl den Kollegen, bei der Planung die Bauphysik immer im Auge zu behalten und in Grenzfällen auf den Planungs- und Berechnungsservice von VARIOTEC zurückzugreifen. Das oftmals vorgetragene Argument, eine Vakuumdämmung sei wesentlich teurer als konventionelle Dämmstoffe, widerlegte Forstner: „Vergleichen Sie nicht den Quadratmeterpreis Ihrer VIP-Dämmung mit der einer konventionellen Dämmung. Überlegen Sie viel mehr, welche Baumaßnahmen Sie durch den Einsatz von VIP einsparen, wieviel Nutzfläche Sie generieren und welche Risiken Sie damit vermeiden können!“ Dass das VARIOTEC-Nullheizenergie-haus auch so funktioniert, wie es geplant wurde, zeigte der Vortrag von Dipl.-Ing. Martin Fischer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Über einen Zeitraum von vier Jahren hatten die Forscher das Zusammenspiel der vakuumgedämmten Bauelemente und der ausgeklügelten Heiz- und Kühlsysteme evaluiert. Mit VARIOTEC zum SiegProf. Heinrich Köster, Präsident der Hochschule Rosenheim und M.Eng. Marcus Wehner, Leiter der dortigen Abteilung Forschung & Entwicklung, stellten den Wettbewerb „Solar Decathlon Europe“ vor, der 2010 erstmals in Madrid stattfindet. 19 internationale Hochschulteams werden ihre energieeffizienten Gebäude in der spanischen Hauptstadt präsentieren. Eine Jury ermittelt anhand von zehn Kriterien, wie z.B. Architektur, technologischer Umsetzung oder Marktfähigkeit, den Sieger. Das Team „IKAROS Bavaria“ der Hochschule Rosenheim nutzt für Ihren Entwurf VIP/QASA-Komponenten und andere Bauteile von VARIOTEC. Bereits beim „Solar Decathlon 2009“ hatten die QASA-Elemente von VARIOTEC mit zum Sieg des Projektteams der TU Darmstadt in Washington D.C. beigetragen. Fenster und Türen im FokusAls führender Hersteller von geprüften Außen-, Spezial- und Funktionstüren sowie Passivhausfenstern unterrichtete VARIOTEC die Teilnehmer auch über aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich. Hier stellte Jürgen Eberlein, Leiter des Bereichs Energieeffiziente Produkte und Systeme, das neue Passivhaus-Hybrid-Fenster „Alterna Vallo“ vor. Das bereits für die in voraussichtlich vier Jahren zur Verfügung stehende Vakuum-Verglasung vorbereitete Bauteil, vereint sämtliche Funktionen für Wärme-, Kälte-, Schall- und Einbruchschutz, Verschattung, Lichtlenkung sowie Nutzerkomfort in einem System. Das mit UW-Werten ab 0,60 W/(m²K) ausgestatte Fenster bietet VARIOTEC in vier verschiedenen Ausführungen an: vom einfachen Massivholzrahmen über eine gedämmte Ausführung bis hin zur integrierten Aluminumvorsatzschale. Der Clou des Systems ist die im Innenraum integrierte Jalousie. Das Fenster ist sturmsicher, wartungsfrei und auch bei Notausgangs- und Fluchttüren ohne Behinderung funktionsfähig. Die Jalousien können über ein Bussystem auch einzeln angesteuert werden. Ob als Hebeschiebetür, als Vertikalschiebefenster oder als normales Kippfenster, auch in Sachen Design lassen die Neumarkter Entwickler dem Architekt alle Freiheiten. Wer nicht lange nach dem bauphysikalisch optimalen Einbau seiner Fenster suchen will, dem hilft VARIOTEC mit dem Planungs- und Einbauatlas „In Isothermen Veritas“ weiter. Dieser enthält Isothermenverläufe für fast jeden Baukörperanschluss. Dirk Sommer vom Sachverständigenbüro „Haus und Holz: Fenstertechnik und Energieberatung“ zeigte, wo die Reise mit modernen Fenstersystemen hingehen könnte. „Das deutsche ,Weltmeisterfenster’ im Jahr 2015 ist ein 90 bis zu 110 mm dickes Holz-Metall-Fenster als Verbundfenster mit Sandwichkantel beim Blendrahmen mit Vakuum-Isolierglas im Außenflügel und Sonnenschutz im Innenraum“, prognostizierte der Sachverständige. Außerdem empfahl er, im Bereich der Fenster- und Türenplanung öfter auf Fachplaner zurückzugreifen, da ein Architekt alleine sich nicht ständig über die vielfältigen Funktions- und Eigenschaftskombinationen auf dem Laufenden halten könne. „Ersetzen Sie den Zufall durch Planung“, riet Sommer. CE-geprüfte KonstruktionenÜber das Angebot an Flucht- und Rettungstüren informierte Dipl.-Ing. (BA) Matthias Bellan. Hier zeigte sich, über welche umfangreichen Erfahrungsschatz VARIOTEC verfügt. So lassen sich bei Fluchttüren z.B. auch Eigenschaften wie Wärme-, Schall- und Brandschutz integrieren: bei uneingeschränkten Designmöglichkeiten. Einen Überblick über das komplette Brand- und Rauchschutztürenprogramm für den Innen- und Außeneinsatz von VARIOTEC gab Markus Brandl. Auf welche Punkte Planer und Verarbeiter mit dem ab 1.2.2010 verpflichtenden Nachweis zur CE-Konformität nach DIN EN 14351-1:2006 achten müssen, erläuterte VARIOTEC-Geschäftsführer Erich Bauer-Ebenhöch. Er zeigte, dass sein Unternehmen für die hauseigenen Türen- und Fenstersysteme bereits alle Vorraussetzungen und Prüfungen erfüllt habe, um das CE-Zeichen tragen zu dürfen. Damit müssten Verarbeiter keine teuren Ersttypenprüfungen durchführen, sondern könnten auf ein umfangreiches, kostengünstiges und funktionierendes System zurückgreifen. Das vollständige Programm und die Vorträge aller Referenten stehen unter www.variotec-innovationstag.de zum Nachlesen bereit. KURZFASSUNGAm 21./22. Januar 2010 besuchten rund 450 Architekten, Fachplaner und Bauspezialisten die VARIOTEC-Innovationstage im fränkischen Feucht. Mit einem breitgefächerten Themenspektrum von Sanierung, Passivhausplanung, Türen- und Fenstertechnik über Vakuumdämmung bis hin zu Marketing und Klimaforschung bot das Neumarkter Unternehmen seinen Besuchern einen umfassenden Einblick in die Welt des energetischen Bauen und Sanierens. Die 24 Vorträge hielten hochkarätige Referenten, darunter Prof. Dr. Wolfgang Seiler, langjähriger Direktor des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung am Forschungszentrum Karlsruhe, Ministerialrat Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie Prof. Militz von der Georg-August-Universität Göttingen. „Uns interessiert nicht nur das heute, sondern vor allem die Zukunft“, umriss Christof Stölzel, Gründer von VARIOTEC und jetziger Beirat, die Idee zu dieser Veranstaltung. Deshalb zeigten viele der Referenten, auf welche Entwicklungen sich das Bauwesen in punkto Klimaveränderung, Bevölkerungsentwicklung oder energetische Vorgaben zukünftig einstellen müsse. Eine Begleitmesse rundete das Vortragspaket ab. Das Unternehmen in KürzeDie VARIOTEC GmbH & Co. KG mit Sitz im oberpfälzischen Neumarkt ist führender Hersteller von Außen-, Spezial- und Funktionstüren, Passivhausfenstern und Wandsystemen sowie Sandwichelementen im Bereich des energieoptimierten Bauens. Das Unternehmen beschäftigt rund 90 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 15 Millionen Euro. Für die Entwicklung des QASA-Dämmsystems erhielt das Unternehmen 2007 den Innovationspreis „Produktinnovation Bauen im Bestand“. 2008 zeichnete die Oskar-Patzelt-Stiftung VARIOTEC mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ aus.
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